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Autoren im Rauschwerk-Katalog

StartBücherAutoren › Hela Carver

Hela Carver

Eine flackernde Lampe rettete ihren perfekt geplanten Abend.

Hela Carver hat Schlafsäcke verkauft, Campinggäste empfangen und gelernt, wie viel eine einfache Auskunft in fremder Umgebung bedeuten kann. Ihre Hypnose-Handbücher beginnen bei den kleinen Unsicherheiten eines ersten Versuchs und tragen den leisen Humor einer Gastgeberin mit ausgeprägtem Vorbereitungstrieb.

Im Katalog
2 Bücher
Themen
Hypnose & Trance

Biografie

Wer Hela Carver besucht, findet das Badezimmer ohne Nachfrage. Sie zeigt es gleich zu Beginn, zusammen mit dem Platz für Schuhe und dem Wasser auf dem Tisch. Diese kleine Gewohnheit stammt aus Jahren, in denen sie selbst oft in fremden Häusern schlief. Sie erinnert sich gut an das seltsame Unbehagen, mitten in der Nacht vor drei gleich aussehenden Türen zu stehen und nicht zu wissen, welche man öffnen darf.

Hela wuchs in einer Kleinstadt im Norden Englands auf und arbeitete nach der Schule zunächst in einem Geschäft für Campingzubehör. Sie faltete Schlafsäcke, erklärte Verschlüsse und lernte, wie unterschiedlich Menschen an ein erstes Abenteuer herangehen. Manche kauften zu viel, andere fragten erst an der Kasse, ob zum Zelt auch Heringe gehörten. Hela erkannte sich in beiden Gruppen. Sie konnte sich stundenlang vorbereiten und im entscheidenden Moment trotzdem das Offensichtliche vergessen.

Mehrere Sommer verbrachte sie später als Aushilfe auf einem kleinen Campingplatz in Northumberland. Zu ihren Aufgaben gehörten Anreisen, verlorene Schlüssel und die Vermietung einiger wetterempfindlicher Hütten. Die ruhigen Stunden mochte sie besonders: leere Wege, frisch gereinigte Fenster, noch unbenutzte Tassen. Im Winter half sie in einer Pension an der Küste aus. Sie entwickelte ein Gespür dafür, welche Auskunft einem fremden Menschen gerade Orientierung gibt und welche freundliche Erklärung schlicht zu lang ist.

Ihre erste Beschäftigung mit gemeinsamer Hypnose begann mit einem übervorbereiteten Abend im eigenen Wohnzimmer. Hela hatte Texte ausgedruckt, Getränke bereitgestellt und die Beleuchtung mehrfach verändert. Als eine Lampe flackerte, war sie überraschend erleichtert: Der perfekte Rahmen war ohnehin dahin. Sie und ihr Partner lachten, sprachen über ihre Unsicherheit und begannen viel einfacher neu. Hela blieb besonders die Frage im Kopf, wie ein erster Versuch aussehen kann, bei dem niemand eine souveräne Rolle spielen muss.

Heute wohnt sie nahe Newcastle. Sie setzt komplizierte Puzzles zusammen, lässt gern ein einziges Teil bis zum nächsten Morgen liegen und backt Brot, das meist etwas zu dunkel gerät. Ihre Freunde erleben sie als praktische Gastgeberin mit leiser Ironie. Hela selbst weiß, wie schnell Vorbereitung bei ihr in Kontrolle umschlagen kann. Deshalb lädt sie gelegentlich zum Essen ein, bevor sie entschieden hat, was es gibt. Es fällt ihr schwerer, als sie zugeben möchte.

In »Erotic Hypnosis: A Handbook for Tonight« und »Erotic Hypnosis: A Handbook for the First Time« beschäftigt sie sich mit genau diesem Anfang: ankommen, Erwartungen besprechen, etwas gemeinsam versuchen. Ihre englischsprachigen Bücher verbinden einen überschaubaren Ablauf mit Platz für Rückfragen und Änderungen. Hela interessiert sich für die kleinen Unsicherheiten vor einer neuen Erfahrung. Aus ihrem Wohnzimmer weiß sie, dass manchmal erst eine flackernde Lampe dafür sorgt, dass zwei Menschen wirklich miteinander reden.

Werk & Themen

Hela Carvers englischsprachige Bücher bieten zwei Einstiege in erotische Selbsthypnose. Erotic Hypnosis: A Handbook for the First Time nimmt die erste Annäherung auf: eigene Körperwahrnehmung, Sololektüre und behutsame erste gemeinsame Versuche. Erotic Hypnosis: A Handbook for Tonight rückt konkrete Szenen und die dafür ausgeschriebenen Worte stärker in den Vordergrund.

Die Kapitel verbinden ihre Texte mit dem jeweiligen Rahmen: Vorbereitung, Einstieg, Abschluss und Rückblick gehören zusammen. Das hilft bei einer häufigen Unsicherheit vor der Lektüre: Man möchte eine Vorstellung davon bekommen, wie ein vollständiger Ablauf aussehen kann. Die beiden Titel lassen sich nach dieser Frage auswählen, ohne aus dem Wort Tonight eine Verpflichtung für denselben Abend zu machen.

Schreibstil

Carvers Texte arbeiten mit kleingeschriebenen Überschriften, schlichten Worten und kurzen, nachgereichten Satzstücken. Eine Aussage wird häufig noch einmal behutsam eingegrenzt. Das verlangsamt die Lektüre und erzeugt einen persönlichen Ton. Erklärungen und kleine erzählerische Einschübe stehen nahe bei den Szenen, sodass der Text immer wieder zur konkreten Situation zurückkehrt.

Auffällig ist die Sprache der Erlaubnis: ausprobieren dürfen, zögern dürfen, etwas kleiner halten dürfen. Diesen Ton kann man schon beim Lesen auf seine eigene Passung prüfen. Wer eine laut auftretende, fordernde Ansprache sucht, hat eine andere Erwartung als jemand, der zunächst in Ruhe verstehen möchte, worauf er oder sie sich einlassen würde.

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Diese Biografie ist von der Autorin oder dem Autor und den Büchern inspiriert. Persönliche Lebensstationen sind zum Schutz ihrer Identität erzählerisch erfunden.