Leila Amari sortierte Sendungen in Rotterdam, steckte Säume in Wien ab und fand nach einem Wohnungstausch ihre Bücher in einer fremden Ordnung. Erotische Trance: Das Protokoll verbindet ihre genaue Art mit der Frage, wann eine gute Absicht am eigenen Wunsch des anderen vorbeigeht.
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Biografie
Leila Amari tauschte einmal für drei Wochen die Wohnung mit einer Bekannten. Als sie nach Marseille zurückkam, waren ihre Bücher alphabetisch geordnet. Vorher hatten sie nach eigenem, für niemanden sonst erkennbarem Zusammenhang gestanden. Die Bekannte hatte es freundlich gemeint, Leila bedankte sich und suchte anschließend tagelang nach vertrauten Stellen. Über diesen kleinen Eingriff ärgerte sie sich erstaunlich lange. Er traf genau die Grenze zwischen Hilfe und einer Entscheidung, um die niemand gebeten hatte.
Dass sie gern vorausdenkt, hatte vorher oft geholfen. In Rotterdam arbeitete Leila mehrere Jahre beim Verpacken und Versenden kleiner Warenserien. Ein falsch gesetztes Etikett konnte einen Karton durch halb Europa schicken. Sie gewöhnte sich an, entscheidende Angaben zweimal zu lesen, und war die Person, die vor einer Abfahrt noch einmal nach den Schlüsseln fragte. Im Freundeskreis bekam sie dafür zuerst Dank und später manchmal genervte Blicke. Beides verstand sie.
Nach einem Umzug nach Wien half sie in einem Laden für Änderungen an Kleidung. Zwischen abgesteckten Säumen hörte sie viele kleine Verhandlungen darüber, wie jemand sich zeigen wollte. Ein Kleid durfte kürzer werden, aber nicht zu kurz; ein geliebter Mantel sollte verändert werden und unbedingt derselbe bleiben. Leila mochte diese Genauigkeit. Sie lernte, dass eine gute Rückfrage mehr Platz schafft als die schnelle Versicherung, schon zu wissen, was gemeint ist.
Marseille kam später, zunächst als Zwischenstation bei einer Freundin, dann als längerer Aufenthalt mit wechselnden Aushilfsarbeiten in kleinen Unterkünften. Leila liebte die Mischung der Sprachen im Treppenhaus und gewöhnte sich daran, Dinge ausdrücklich zu besprechen, die ihr vorher selbstverständlich erschienen waren. Nach dem Wohnungstausch stellte sie ihre Bücher wieder um. Dabei fand sie zwei vergessene Lieblingsstellen und musste lachen: Die gut gemeinte Ordnung war falsch für sie gewesen, ihr Ärger aber keineswegs die ganze Geschichte.
Aus ihrem Interesse an Nähe, Absprachen und den unterschiedlichen Erinnerungen an einen gemeinsamen Moment entstand Erotische Trance: Das Protokoll. Leila beschäftigt besonders das Gespräch davor und danach: Was meint ein Mensch, wenn er dieselben Worte benutzt wie sein Gegenüber? Ein Ablauf gibt ihr Orientierung, doch sie möchte darin Luft lassen. Die größte Versuchung beim Schreiben bleibt für sie, eine zusätzliche Regel einzubauen, obwohl an dieser Stelle vielleicht eine offene Frage besser wäre.
Heute sammelt Leila ungleiche Teetassen und merkt sich oft die Bestellung eines Menschen besser als dessen Geburtstag. Sie tanzt gern, sobald niemand erwartet, dass sie einen bestimmten Schritt beherrscht. Ihre Listen schreibt sie noch immer; sie darf inzwischen davon abweichen. Wer ihre Texte liest, findet darin die geduldige Genauigkeit einer Person, die sehr viel vorbereiten kann und gerade deshalb wissen möchte, wann ein Plan den Menschen dienen sollte und wann er aus dem Weg gehört.
Werk & Themen
Leila Amaris »Erotische Trance: Das Protokoll« ordnet eine gemeinsame Sitzung in das Davor, Währenddessen und Danach. Der deutschsprachige Band beschäftigt sich mit Raum, Zeitrahmen, Vereinbarungen, Signalen und dem anschließenden Austausch. Sein Schwerpunkt liegt dort, wo aus einer allgemeinen Idee ein Ablauf werden soll, den beide Beteiligten verstehen.
Damit ergänzt das Buch Lektüren, die vor allem Stimme, Sprache oder Induktionen behandeln. Für Paare kann gerade diese organisatorische Perspektive interessant sein: Was muss vorab besprochen werden, welche Rückmeldung braucht währenddessen Platz und welche Fragen bleiben für hinterher? Der Titel lässt sich als Arbeitsbegleiter zu einer konkreten gemeinsamen Vorbereitung lesen.
Lektüre & Zugang
Dieses praktische Thema hat eine persönliche Seite: Zwei Menschen können einen gemeinsamen Abend vor Augen haben und sich dabei sehr verschiedene Dinge vorstellen. Für die Lektüre lohnt sich die Neugier auf genau diese Unterschiede. Ein vertrautes Wort wie ruhig, langsam oder danach kann beim Nachfragen überraschend viele Bedeutungen bekommen.
Wir sehen Amaris Zugang besonders bei Paaren, die gern etwas gemeinsam vorbereiten, ohne jedes Detail im Voraus festzulegen. Die Phasen geben dem Gespräch einen Ort: Manche Frage gehört an den Anfang, eine andere entsteht erst hinterher. Interessant ist dabei, welche Klarheit eine Vereinbarung schafft und an welchen Stellen ausdrücklich Raum für Veränderungen bleiben soll.
Buch von Leila Amari
Einige der verlinkten Bücher sind nur für Erwachsene bestimmt.
Deutsch 1
- RW
Hypnose & Trance · Deutsch · Ab 18 Jahren
Erotische Trance: Das Protokoll
Eine gemeinsame Trance vorbereiten, begleiten und nachbesprechen.
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Diese Biografie ist von der Autorin oder dem Autor und den Büchern inspiriert. Persönliche Lebensstationen sind zum Schutz ihrer Identität erzählerisch erfunden.