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Autoren im Rauschwerk-Katalog

StartBücherAutoren › Moritz Halm

Moritz Halm

Sein erstes Publikum bestand aus fünf Freunden und einem Hund.

Moritz Halm verkaufte Windräder auf der Kirmes, baute eine Puppenbühne aus Karton und lernte, auf stille Zuschauer zu achten. SHOWHYPNOSE: Das Handbuch verbindet seine Freude am Auftritt mit der Frage, wie freiwilliges Mitmachen und ein guter Abschluss ihren Platz auf der Bühne finden.

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1 Buch
Themen
Hypnose & Trance

Biografie

Moritz Halm mochte schon als junger Mann den Moment, bevor ein Vorhang aufgeht: das Räuspern im Saal, das letzte Stühlerücken, irgendwo ein viel zu lauter Reißverschluss. Auf eine Bühne wollte er deshalb noch lange nicht. Sein erster Zugang zum Publikum führte über einen Spielwarenstand auf einer reisenden Kirmes. Rund um Münster verkaufte er Windräder und aufziehbare Tiere. Dort konnte er aus nächster Nähe beobachten, wie unterschiedlich Menschen auf dieselbe Einladung reagieren.

Danach arbeitete er einige Jahre in einem Möbellager in Essen. Von außen wirkte das wie ein ziemlicher Umweg. Für Moritz waren die langen Tage zwischen zerlegten Schränken und falschen Schrauben ein gutes Gegengewicht zum Lärm der Kirmes. In seiner Freizeit baute er kleine Figuren aus Verpackungsresten. Aus einem Karton, zwei Lampen und einem ausrangierten Bettlaken entstand schließlich eine Puppenbühne, die nur knapp auf seinen Küchentisch passte. Die erste Vorstellung besuchten fünf Freunde und ein gelangweilter Hund.

Bei einem späteren Abend in einer privaten Runde wollte Moritz einen Zuschauer besonders geschickt einbeziehen. Er hatte sich eine harmlose Aufgabe ausgedacht, die unter Freunden lustig wirken sollte. Der Eingeladene wurde still; Moritz redete aus Nervosität weiter. Erst danach verstand er, dass seine eigene Aufregung ihn unaufmerksam gemacht hatte. Die Erinnerung blieb. Seitdem achtet er gerade auf die Menschen, die nicht am lautesten reagieren, und darauf, ob ein Nein im Raum wirklich leicht ausgesprochen werden kann.

In Dresden kam eine weitere Station hinzu: ein Sommer mit Einlassdiensten bei einem kleinen Freiluftkino. Er riss Karten ab, holte Decken und diskutierte über Plätze, auf denen angeblich schon jemand saß. Später durfte er beim Aufräumen zusehen, wie aus einem besonderen Abend wieder eine gewöhnliche Wiese wurde. Dieser Rückweg gefällt ihm fast ebenso gut wie der Beginn. Heute lebt er wieder im Ruhrgebiet, hört alte Geräuschplatten und kann an einem kaputten Spielzeugautomaten kaum vorbeigehen.

SHOWHYPNOSE: Das Handbuch verbindet seine Faszination für das Publikum mit seinem Unbehagen an Situationen, in denen Menschen vorgeführt werden. Moritz schaut auf Vorbereitung, freiwilliges Mitmachen und den Abschluss einer Show. Er liebt einen guten Effekt, ist aber misstrauisch, wenn dafür die Aufmerksamkeit für die Beteiligten verloren geht. Privat probt er Ansagen vor dem Wasserkocher und improvisiert anschließend doch. Sein größter Widerspruch bleibt, dass er gern für Überraschungen sorgt, während er selbst am liebsten vorher wüsste, was gleich passiert.

Werk & Themen

Moritz Halm behandelt Hypnose in »SHOWHYPNOSE: Das Handbuch« als Bühnen- und Aufführungsthema. Neben der leitenden Person stehen freiwillige Mitwirkende und ein Publikum im Raum. Der deutschsprachige Band betrachtet Vorbereitung, Ablauf und Abschluss einer Vorführung. Dadurch entstehen andere Fragen als beim ungestörten Üben zweier Menschen im privaten Wohnzimmer.

Für die Lektüre ist besonders diese zusätzliche Perspektive interessant: Ein Publikum beobachtet, deutet und reagiert, während einzelne Personen mitmachen. Raum, Ansagen, Grenzen und mögliche Unterbrechungen gehören deshalb zur Gestaltung. Wer verstehen möchte, was eine Hypnosevorführung zusammenhält, findet hier einen thematischen Einstieg in die Planung und Betrachtung solcher Auftritte.

Lektüre & Zugang

Wer eine Show betrachtet, sieht einen anderen Teil des Geschehens als die Person, die daran mitwirkt. Genau dieser Unterschied ist ein reizvoller Zugang zum Thema: Welche Information hat das Publikum, welche braucht ein Mitwirkender, und wie verständigt sich die leitende Person mit beiden? Beim Lesen kann daraus Neugier auf die Arbeit hinter einem Auftritt entstehen.

Wir würden den Band deshalb auch Menschen empfehlen, die zunächst verstehen möchten, wie solche Vorführungen aufgebaut sind. Eine Szene bekommt durch Zuschauer eine zusätzliche Bedeutung. Der Beginn, eine unerwartete Unterbrechung und der Abschied müssen für mehrere Menschen zugleich verständlich bleiben. Schon diese Perspektive kann den Blick auf eine beobachtete Show verändern, ohne selbst auftreten zu wollen.

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Diese Biografie ist von der Autorin oder dem Autor und den Büchern inspiriert. Persönliche Lebensstationen sind zum Schutz ihrer Identität erzählerisch erfunden.