Ein Verlag oder eine Agentur soll Ihr Vorhaben verstehen können, bevor das ganze Buch gelesen wird. Dafür beschreibt das Exposé Thema, Leser und Aufbau oder Figuren, Konflikt und Entwicklung. Hier finden Sie eine Struktur, mit der Sie Ihr Projekt nachvollziehbar vorstellen.
Eine kurze Anfrage vor dem vollständigen Exposé
Ich möchte ein Buch über [Thema] für [Leser] entwickeln. Der besondere Blick ist [konkrete Erfahrung oder Perspektive]. Bisher liegen [Notizen, Gliederung, Kapitel] vor. Das Buch soll [Aufgabe] erfüllen. Offen sind noch [Fragen].
Diese Vorlage ist eine mögliche Erstanfrage bei Rauschwerk. Für die Verlagsprüfung dürfen Idee und Text noch unfertig sein. Andere Verlage haben eigene Vorgaben; deren aktuelle Einreichungsseite entscheidet über Umfang und Anlagen.
Ein Exposé aus Leserfrage und Material entwickeln
Bei einem Ratgeber erklärt das Exposé, welche Frage das Buch beantwortet. Bei einer Geschichte beschreibt es Ausgangslage und Verlauf. Halte fest, aus welcher Perspektive du schreibst und worauf dein Material beruht. Eine persönliche Erfahrung und eine allgemeine Anleitung können dieselbe Ausgangsfrage ganz unterschiedlich behandeln.
Notiere vorgesehene Leser, Ansatz, Gliederung, Umfang und den Stand des Textes. Wähle eine Leseprobe, die Erzählweise oder Erklärung zeigt. Für die Anfrage gelten anschließend die konkreten Vorgaben des empfangenden Verlags. Beispiele aus einem bestehenden Programm helfen, die Passung zu beschreiben.
Exposé, Klappentext und Leseprobe trennen
Diese drei Texte haben unterschiedliche Aufgaben. Der Klappentext soll passenden Lesern zeigen, weshalb sie das Buch lesen möchten. Eine Leseprobe zeigt, wie du tatsächlich erzählst oder erklärst. Das Exposé gibt einen Überblick über das Projekt und seine innere Struktur.
| Unterlage | Welche Frage sie beantwortet | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Exposé | Was ist das Projekt und wie ist es aufgebaut? | Nur Neugier wecken, aber die Entwicklung verschweigen |
| Leseprobe | Wie liest sich die konkrete Ausarbeitung? | Eine andere Fassung als die vorgestellte Handlung verwenden |
| Klappentext | Warum könnte dieses Buch für mich interessant sein? | Die gesamte Auflösung als Verkaufsbeschreibung erzählen |
| Anschreiben | Warum wird dieses Projekt hier eingereicht? | Den ganzen Inhalt noch einmal wiederholen |
Verwende deshalb nicht einfach die Buchbeschreibung als Exposé. Ein Satz wie „Doch dann verändert eine schockierende Entdeckung alles“ lässt bei einer redaktionellen Einschätzung offen, was genau geschieht. Benenne im Exposé die Entdeckung und zeige, welche Folgen sie für die Geschichte hat.
Vor dem Schreiben die Einsendevorgaben lesen
Nicht jeder Verlag verlangt dasselbe Paket. Piper nennt auf seiner Seite zu Manuskripteinsendungen unter anderem ein Exposé mit kurzer Inhaltsangabe sowie Angaben zu Figuren und Handlung. Rowohlt führt seine Anforderungen und den Einreichungsweg auf der Seite Manuskripteinreichung auf. Beide Quellen wurden am 8. September 2026 geprüft.
Prüfe diese Vorgaben unmittelbar vor dem Versand erneut. Halte für jeden Empfänger fest, welche Unterlagen verlangt werden, welches Format vorgesehen ist und ob dein Genre grundsätzlich ins Programm passt. Eine ordentlich geschriebene Projektbeschreibung ersetzt diese Prüfung nicht.
Wie Sie eine Buchidee oder einen begonnenen Text bei Rauschwerk kostenlos vorstellen, steht unter Manuskript einreichen. Für angenommene Projekte übernehmen wir die vereinbarte Entwicklung und Veröffentlichung ohne Produktionsrechnung an den Autor; die Beteiligung an den Bucherlösen wird vertraglich geregelt.
Eine Arbeitsstruktur für dein Roman-Exposé
Beginne mit den Projektdaten, soweit der Empfänger sie verlangt oder sie zur Einordnung beitragen: Arbeitstitel, Genre, Umfang und Bearbeitungsstand. Ergänze deine Kontaktdaten sowie bei Bedarf Zielgruppe, Erzählperspektive und Schauplatz. Benenne eine Reihe als Reihe, wenn das Konzept darauf ausgelegt ist. Ein abgeschlossenes Einzelbuch und ein erster Band mit offenen Handlungssträngen sind unterschiedliche Projekte.
Formuliere anschließend die Kernidee in wenigen Sätzen. Wer steht im Mittelpunkt? Was will diese Figur? Was hindert sie daran? Welcher Konflikt macht daraus eine Geschichte? Dieser Absatz soll den folgenden Überblick verständlich machen, nicht jeden Nebenstrang zusammenfassen.
Danach beschreibst du die Haupthandlung in ihrer kausalen Reihenfolge. Zeige Auslöser, wichtige Entscheidungen, Wendepunkte und Auflösung. Ergänze Figureninformationen dort, wo sie für das Verständnis gebraucht werden. Eine lange separate Liste aller Namen kann die Orientierung erschweren, bevor überhaupt klar ist, was geschieht.
Ein eigenes Beispiel: aus dem Teaser wird Handlung
Das folgende Beispiel ist vollständig erfunden. Ein möglicher Teaser lautet: „Als Restauratorin Mara im Nachlass ihres Vaters einen Brief findet, gerät ihr Leben aus den Fugen. Wem kann sie noch vertrauen?“ Er nennt eine Stimmung, erklärt aber die Geschichte kaum.
Für ein Exposé wird daraus: „Restauratorin Mara entdeckt, dass ihr verstorbener Vater ein Gemälde unter falschem Namen verkauft hat. Um seinen Ruf zu schützen, versucht sie den Käufer zu erreichen. Dabei erfährt sie, dass das Bild aus dem Besitz einer Familie stammt, die seit Jahrzehnten danach sucht.“
Jetzt lässt sich der Konflikt erkennen: Maras Wunsch, den Vater zu schützen, kollidiert mit dem Anspruch der ursprünglichen Eigentümer. Der nächste Absatz muss zeigen, was sie deshalb tut. Beispielsweise fälscht sie zunächst einen Nachweis, erkennt dann die Folgen und entscheidet sich, die Herkunft öffentlich zu machen.
Auch das Ende gehört in diese Arbeitsfassung: Mara übergibt ihre Belege, verliert einen wichtigen Auftrag und ermöglicht die Rückgabe. Damit ist die Entscheidung sichtbar, an der die Figur sich verändert. Ob die konkrete Geschichte überzeugt, lässt sich nun diskutieren. Der bloße Hinweis auf „ein erschütterndes Geheimnis“ hätte diese Prüfung verhindert.
Auch die bei Carlsen veröffentlichten Exposé-Tipps einer Literaturagentin empfehlen, die Auflösung zu nennen. Die dort vorgeschlagene Gliederung ist eine Orientierung; konkrete Einsendevorgaben bleiben maßgeblich.
Hauptfiguren über ihre Funktion erklären
Stelle die für den Hauptkonflikt nötigen Figuren vor. Beschreibe nicht zuerst Haarfarbe, Kleidung oder vollständigen Lebenslauf, wenn diese Angaben nichts an der Handlung erklären. Hilfreicher sind Ziel, Beziehung und widersprüchliches Verhalten.
Im Beispiel genügt zur Einordnung zunächst: Mara möchte das Bild ihres Vaters bewahren; die Erbin der geschädigten Familie will die Herkunft offenlegen; ein Auftraggeber versucht, die Recherche zu stoppen. Jede Figur übt einen erkennbaren Druck auf die Geschichte aus.
Prüfe bei jedem Namen, ob er im weiteren Überblick wirklich gebraucht wird. Nebenfiguren lassen sich manchmal über ihre Rolle benennen. Wenn du eine Person ausführlich einführst und danach nicht mehr erwähnst, ist entweder die Einführung zu lang oder ihre Bedeutung für die Handlung noch nicht klar genug dargestellt.
Beim Sachbuch den Erkenntnisweg zeigen
Ein Sachbuch-Exposé braucht nicht künstlich die Struktur eines Romans. Beschreibe das Thema, die vorgesehene Leserschaft und die Frage, die das Buch bearbeitet. Zeige anschließend, wie die Kapitel aufeinander aufbauen und welche Art von Material du verwendest.
Ein eigenes Beispiel: Ein Ratgeber für Menschen mit ihrem ersten Gemeinschaftsgarten könnte von der Standortentscheidung über die Aufgabenverteilung zur Pflegeplanung führen. Eine bloße Liste „Boden, Pflanzen, Team, Ernte“ erklärt diesen Weg noch nicht. Ergänze zu jedem Kapitel, welches Problem es löst und weshalb es an dieser Stelle steht.
Beschreibe außerdem deinen Zugang zum Thema sachlich. Welche Erfahrung, Recherche oder fachliche Zusammenarbeit fließt ein? Trenne vorhandenes Material von noch geplanten Interviews oder Untersuchungen. Ein geplanter Bestandteil ist keine bereits abgeschlossene Recherche.
Kürzen, ohne die Logik zu verlieren
Schreibe zuerst eine verständliche vollständige Arbeitsfassung. Kürze danach Wiederholungen, dekorative Wertungen und Nebenhandlungen, die für die Hauptentwicklung nicht gebraucht werden. Die Vorgaben des Empfängers entscheiden über die endgültige Länge.
Eine gute Kürzung bewahrt Ursache und Folge. „Nach weiteren Ereignissen kommt es zum Finale“ spart Wörter, entfernt aber genau die Information, die das Exposé liefern soll. Besser ist ein kurzer Satz, der die entscheidende Handlung nennt: „Weil Mara den Nachweis manipuliert, wird ihre eigene Glaubwürdigkeit zum Problem.“
Lies das Ergebnis ohne Manuskript daneben. Kann jemand verstehen, warum die Figur die nächste Entscheidung trifft? Fehlt zwischen zwei Wendepunkten ein notwendiger Schritt? Ein Exposé darf verdichten, sollte aber keine Geschichte voraussetzen, die der Empfänger noch gar nicht kennt.
Eine Überarbeitungsrunde mit klaren Fragen
Gib die Arbeitsfassung einer Person, die das Projekt noch nicht kennt, sofern du das möchtest. Bitte um eine Zusammenfassung des Hauptkonflikts und der Auflösung. Frage außerdem, an welchen Stellen Namen, Motive oder Übergänge unklar blieben.
Diese Rückmeldung ist kein repräsentativer Markttest. Sie hilft dir, Verständnisprobleme zu erkennen. Wenn die Person eine völlig andere Geschichte wiedergibt, prüfe zuerst die Beschreibung, bevor du das gesamte Manuskript umbaust.
Vergleiche zum Schluss Exposé und Leseprobe auf denselben Stand. Stimmen Namen, Zeitform der Handlung, Ausgangslage und zentrale Ereignisse überein? Eine alte Projektbeschreibung mit einer neu geschriebenen Leseprobe kann Widersprüche erzeugen, die nichts über die tatsächliche Qualität deines Buchs aussagen.
Checkliste vor der Abgabe
- Empfänger, Genrepassung und aktuelle Einsendevorgaben sind geprüft.
- Die Projektdaten beschreiben den tatsächlichen Arbeitsstand.
- Die Kernidee ist ohne Vorwissen verständlich.
- Der Überblick zeigt Entwicklung und bei erzählenden Projekten die Auflösung.
- Hauptfiguren sind in ihrer Funktion für die Geschichte erkennbar.
- Sachbuchkapitel ergeben einen nachvollziehbaren Erkenntnisweg.
- Exposé und Leseprobe beziehen sich auf dieselbe Manuskriptfassung.
- Sprache, Dateiname und geforderter Umfang sind kontrolliert.
Wenn aus deinem Manuskript ein fertiges Buch werden soll: Hier findest du unsere Leistungen.
Buchproduktion ansehenFür die erste Anfrage darf es kürzer sein.
Bei Rauschwerk genügen Thema, vorgesehene Leser und vorhandenes Material. Sie müssen nicht erst ein vollständiges Manuskript fertigstellen oder eine Dienstleistung buchen.
Häufige Fragen
Was gehört in ein Exposé für ein Buch?
Die verlangten Projektdaten und eine klare Darstellung des Inhalts. Bei Romanen sind Hauptfiguren, Konflikt, Entwicklung und Auflösung wichtig; beim Sachbuch Thema, Zielgruppe und Aufbau. Prüfe die genauen Vorgaben des Verlags oder der Agentur.
Wie lang sollte ein Buch-Exposé sein?
Dafür gibt es keine einheitliche Vorgabe für alle Empfänger. Richte dich nach den aktuellen Einsendehinweisen. Fehlt eine konkrete Angabe, arbeite knapp und vollständig genug, damit das Projekt ohne Manuskriptkenntnis verständlich wird.
Muss ich im Exposé das Ende verraten?
Für einen vollständigen Überblick über eine Romanhandlung solltest du die Auflösung nennen, sofern die Vorgaben nichts anderes verlangen. Das Exposé dient der Einschätzung der gesamten Geschichte. Der Klappentext hat eine andere Aufgabe und kann Spannung offenlassen.
Kann ich den Klappentext als Exposé verwenden?
Er kann beim Formulieren der Kernidee helfen, reicht aber normalerweise nicht als vollständiger Projektüberblick. Ergänze die tatsächliche Entwicklung und die Auflösung beziehungsweise den Aufbau des Sachbuchs. Vermeide reine Spannungsversprechen ohne inhaltliche Erklärung.
Schreibe ich das Exposé vor oder nach dem Manuskript?
Als Arbeitsinstrument kann es schon während der Planung nützlich sein. Für eine Einreichung muss es den tatsächlichen Stand und die vorgesehene Fassung korrekt beschreiben. Ob ein fertiges Manuskript vorausgesetzt wird, hängt vom Projekt und den Vorgaben des Empfängers ab.
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