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Ihr Buch beginnt mit einem Gespräch.030 92101145KI-Vorzimmer HeleneGespräch vereinbaren

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Ein Interview für ein Buch führen

Stand: 14. September 2026

Ein gutes Buchinterview erschließt genau das Material, das im Manuskript noch fehlt. Formulieren Sie zunächst die Leserfrage und die gesuchten Erfahrungen oder Beispiele. Hier bereiten Sie offene Fragen, Aufnahme und Verwendung vor und halten danach fest, was belegbar und was persönliche Erinnerung ist.

Das Verfahren eignet sich für persönliche Geschichten, Fachbücher, Projektberichte und Chroniken. Eine Person kann einen Vorgang aus erster Hand erklären. Die Redaktion muss daraus später einen verständlichen und nachvollziehbaren Buchtext entwickeln.

Vom Gespräch zum nachvollziehbaren Absatz

Fiktives Gesprächsfragment: „Also, wir hatten erst gedacht, Freitag geht das schon, aber dann waren da diese zwei Lieferungen, die eben nicht kamen, und am Ende wurde es Montag.“

Die Eröffnung war für Freitag geplant. Zwei ausstehende Lieferungen verschoben den Beginn auf Montag.

Die Überarbeitung entfernt Füllwörter und ordnet die zeitliche Folge. Sie erfindet weder den Inhalt der Lieferungen noch eine verantwortliche Person. Beides wären Rückfragen, falls das Kapitel diese Angaben benötigt. Die befragte Person sollte die inhaltliche Wiedergabe im vereinbarten Freigabeprozess prüfen.

Den Zweck des Gesprächs festlegen

Unterscheiden Sie ein Materialgespräch von einem Interview, das als Frage und Antwort erscheinen soll. Beim Materialgespräch sammeln Sie Hintergrund, Beispiele und Zusammenhänge für eigene Kapitel. Ein veröffentlichtes Interview muss zusätzlich als Gespräch lesbar sein und eine erkennbare Entwicklung haben.

Notieren Sie vorab drei Ergebnisse, die Sie brauchen. Für einen Bericht über einen ungewöhnlichen Betrieb könnten das die erste Idee, eine schwierige Entscheidung und die heutige Arbeitsweise sein. Diese Liste hilft, beim Gespräch auf offene Punkte zurückzukommen, ohne jede interessante Abschweifung abzubrechen.

Beschreiben Sie der Person den Buchzusammenhang und die geplante Verwendung ihrer Aussagen. Klären Sie, ob Name, Funktion und direkte Zitate erscheinen sollen, welche Stellen Hintergrund bleiben und wie eine spätere Durchsicht organisiert wird. Treffen Sie diese Vereinbarung vor der Aufnahme.

Fragen nach Erfahrungen statt nach Schlagworten stellen

Eine breite Frage kann den Einstieg erleichtern. Für den Text benötigen Sie anschließend häufig konkrete Situationen. Fragen Sie nach einem Ablauf, einer Beobachtung oder einer Entscheidung, die sich beschreiben lässt.

Aus „Was bedeutet Qualität für Sie?“ kann „Woran merken Sie bei einem fertigen Werkstück, dass etwas nicht stimmt?“ werden. Auf „Wie haben Sie angefangen?“ kann „Welcher Auftrag war der erste, für den Sie selbst Verantwortung getragen haben?“ folgen. Solche Fragen geben der Person etwas Konkretes, an das sie sich erinnern kann.

Vermeiden Sie Fragen, die die gewünschte Bewertung bereits vorgeben. „Das war sicher Ihre mutigste Entscheidung?“ legt eine Antwort nahe. „Welche Möglichkeiten hatten Sie damals?“ öffnet den Blick auf Alternativen und Unsicherheit. Das hilft besonders, wenn das spätere Buch mehr zeigen soll als eine glatte Erfolgsgeschichte.

Einen Gesprächsleitfaden bauen

Ordnen Sie Ihre Fragen in wenige Blöcke. Schreiben Sie keine langen Sätze, die Sie während des Gesprächs nur noch vorlesen. Stichworte und eine sichtbare Liste der offenen Themen reichen häufig aus.

  1. Einstieg: Welche Rolle hatte die Person, und in welchem Zeitraum?
  2. Situation: Was war der konkrete Anlass oder das Problem?
  3. Handlung: Was geschah tatsächlich, und wer war beteiligt?
  4. Entscheidung: Welche Möglichkeiten gab es, und warum wurde eine gewählt?
  5. Folge: Was veränderte sich, auch entgegen der ursprünglichen Erwartung?
  6. Belege: Welche Unterlagen, Bilder oder weiteren Personen könnten etwas ergänzen?

Lassen Sie zwischen den Blöcken Platz für Nachfragen. Ein Leitfaden soll Orientierung geben. Wenn eine Antwort eine bisher unbekannte, für das Buch wichtige Frage öffnet, sollten Sie ihr folgen können.

Während des Gesprächs genau nachfragen

Stellen Sie jeweils eine Frage und lassen Sie die Antwort zu Ende kommen. Mehrere Fragen in einem Satz führen leicht dazu, dass nur der letzte Teil beantwortet wird. Eine kurze Pause kann der Person helfen, eine Erinnerung genauer zu fassen.

Haken Sie bei unklaren Wörtern nach: Was bedeutet „damals“ zeitlich? Wer ist mit „wir“ gemeint? Was wurde konkret verändert? Bitten Sie bei Zahlen um die Grundlage und bei wichtigen Behauptungen um mögliche Belege. Notieren Sie offene Fragen, wenn eine Antwort im Gespräch nicht möglich ist.

Halten Sie Ihre eigenen Deutungen zurück, bis die Situation verständlich beschrieben ist. Sie können am Ende zusammenfassen, was Sie verstanden haben, und um Korrektur bitten. So fallen Missverständnisse auf, bevor sie als scheinbar klare Aussage im Manuskript landen.

Aufnahme und Notizen praktisch vorbereiten

Testen Sie vor dem Gespräch kurz, ob beide Stimmen verständlich aufgezeichnet werden. Wählen Sie nach Möglichkeit einen ruhigen Ort und kontrollieren Sie, ob das Gerät ausreichend Speicher und Energie hat. Die Aufnahme erfolgt nur in der vorher abgestimmten Form.

Notieren Sie parallel Zeitmarken zu wichtigen Stellen, Namen mit ungewöhnlicher Schreibweise und vereinbarte Nachlieferungen. Dadurch müssen Sie später nicht die gesamte Aufnahme erneut durchsuchen, um einen bestimmten Vorgang zu finden.

Prüfen Sie direkt nach dem Gespräch, ob die Datei vorhanden und abspielbar ist. Speichern Sie eine geordnete Arbeitskopie und halten Sie den vereinbarten Umgang mit Aufnahmen ein. Personenbezogenes Gesprächsmaterial gehört in den vorgesehenen Projektzugang, nicht versehentlich in eine öffentliche Materialsammlung.

Aussagen und Quellen getrennt auswerten

Erstellen Sie ein Transkript oder eine strukturierte Zusammenfassung mit Zeitmarken. Kennzeichnen Sie, welche Form vorliegt. Eine Zusammenfassung enthält bereits Ihre Auswahl und darf später nicht unbemerkt als wörtlicher Gesprächsbeleg behandelt werden.

Ordnen Sie Aussagen anschließend nach Funktion: eigene Erfahrung, Erklärung eines Vorgangs, Einschätzung oder überprüfbare Tatsachenangabe. Legen Sie offene Quellenfragen daneben. Bei automatisch erzeugten Transkripten sollten Namen, Zahlen und Fachbegriffe am Original geprüft werden.

Ein Erinnerungsbericht kann für das Buch wertvoll sein, auch wenn er keine unabhängige Bestätigung eines Ereignisses liefert. Schreiben Sie dann entsprechend: Die Person erinnert sich an einen Vorgang oder beschreibt ihre damalige Sicht. Wo mehrere Versionen vorliegen, sollte die Redaktion den Widerspruch bearbeiten und gegebenenfalls sichtbar lassen.

Aus Gesprächsmaterial ein Kapitel machen

Wählen Sie nach der Aufgabe des Kapitels aus. Eine gute Anekdote kann entfallen, wenn sie nur denselben Punkt wiederholt. Ergänzen Sie Kontext, den die Gesprächspartner im Raum bereits kannten, den Buchleser aber benötigen.

Bei einem Frage-Antwort-Text können Wiederholungen gekürzt und Sätze behutsam geglättet werden. Aussage, Ton und Zuordnung müssen erhalten bleiben. Werden mehrere Gesprächsteile verbunden, prüfen Sie, ob dadurch ein neuer Zusammenhang entsteht, den die Person nicht hergestellt hat.

Für einen erzählenden Text nutzen Sie das Gespräch als Material, führen die Leser aber durch eine eigene Gliederung. Weitere Arbeitsschritte stehen unter Aus vorhandenen Inhalten ein Buch machen. Bei persönlichen Lebensgeschichten hilft zusätzlich Autobiografie schreiben.

Beenden Sie die Auswertung mit einer kurzen Liste: verwendbare Stellen, offene Belege, vereinbarte Rückfragen und nächste Bearbeitung. Damit ist klar, was aus dem Gespräch tatsächlich ins Manuskript übergehen kann.

Sie haben Stoff, aber noch keinen durchgehenden Text?

Beschreiben Sie Thema, Erfahrungen und die Menschen, für die das Buch gedacht ist. So kann die kostenlose Prüfung Ihrer Buchidee beginnen.

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Häufige Fragen

Welche Fragen eignen sich für ein Buchinterview?

Fragen nach konkreten Situationen, Handlungen, Entscheidungen und Folgen liefern häufig brauchbares Material. Ergänzen Sie Nachfragen zu Zeit, Personen und Belegen. Die Auswahl richtet sich nach der Aufgabe des Buchs und den noch offenen Kapitelfragen.

Sollte ich das Gespräch vollständig transkribieren?

Das hängt von der geplanten Verwendung ab. Für direkte Zitate und ein veröffentlichtes Interview ist eine genaue Arbeitsgrundlage besonders hilfreich. Eine strukturierte Zusammenfassung kann für die Materialsichtung reichen, sollte aber als Zusammenfassung gekennzeichnet sein.

Darf ich gesprochene Antworten sprachlich glätten?

Für einen lesbaren Text können Kürzungen und sprachliche Bearbeitung sinnvoll sein. Aussage und Zuordnung müssen erhalten bleiben. Klären Sie die Form der Bearbeitung und einer möglichen Durchsicht mit der interviewten Person vorab.

Wie viele Interviews brauche ich für ein Buch?

Die Zahl ergibt sich aus den Fragen und Perspektiven des Projekts. Ein ausführliches Gespräch kann einen persönlichen Bericht tragen. Für eine Geschichte mit mehreren Beteiligten können weitere Stimmen und unabhängige Belege nötig sein.