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KDP-Drossel — wenn sich plötzlich keine Titel mehr anlegen lassen

Stand 2026-08-22 · Aus der Praxis von 150+ eigenen Veröffentlichungen


KDP begrenzt, wie viele neue Titel ein Konto innerhalb einer Woche je Format anlegen kann — und dokumentiert diese Drossel so beiläufig, dass die meisten erst durch sie hindurchlaufen, bevor sie von ihr erfahren. Das Symptom: Das Anlegen neuer Titel scheitert oder die Option fehlt, während bestehende Titel sich normal bearbeiten lassen. Wer dann „Konto gesperrt" googelt, landet in Foren voller Schreckensgeschichten, die mit dem eigenen Fall nichts zu tun haben. Dieser Bericht beschreibt, woran man die Drossel sicher erkennt, was sie auslöst und wie man mit ihr plant — aus einem Betrieb, der sie beim Aufbau eines Katalogs mit über 150 Titeln selbst erreicht hat.

Das Symptom

Mitten in einer normalen Arbeitswoche lässt sich kein neuer Titel anlegen. Je nach Oberflächenstand äußert sich das unterschiedlich: eine Hinweismeldung, ein ausbleibender Anlage-Dialog oder ein Abbruch beim Speichern des neuen Titels. Entscheidend für die Diagnose ist das Muster daneben: Alles andere funktioniert. Bestehende Titel lassen sich bearbeiten und neu einreichen, Berichte laufen, Auszahlungen kommen. Betroffen ist ausschließlich die Neuanlage — und oft nur in einem Format, während ein anderes noch geht.

Die Fehldiagnosen

Fehldiagnose eins: „Mein Konto wurde gesperrt." Eine echte Kontosperre sieht anders aus — sie kommt mit einer Mail, betrifft das gesamte Konto und meist auch die Auszahlungen. Fehldiagnose zwei: „Ein technischer Fehler, ich versuche es einfach immer wieder." Wiederholte Anlageversuche ändern nichts und erzeugen schlimmstenfalls Duplikat-Entwürfe, die man später aufräumen darf. Fehldiagnose drei: „Mein neuer Titel wurde inhaltlich abgelehnt" — mit der Folge, dass am unschuldigen Manuskript herumgebessert wird.

Die echte Ursache

Amazon drosselt die Anlagegeschwindigkeit neuer Titel als Missbrauchsbremse — gegen Konten, die massenhaft dünne Titel fluten. Die Grenze wirkt pro Woche und pro Format, ihre genaue Höhe kommuniziert Amazon nicht verbindlich und kann sie je Konto unterschiedlich handhaben. Für Autoren mit wenigen Büchern im Jahr ist sie unsichtbar. Real wird sie für alle, die in Serien arbeiten, mehrsprachig veröffentlichen oder — wie wir — einen Katalog in Formatwellen ausbauen: Wer in einer Woche eine Reihe von Taschenbüchern nachzieht, kann die Grenze erreichen, während E-Book-Anlagen weiter funktionieren.

Das Wichtigste an dieser Ursache: Sie ist kein Urteil über dein Konto. Die Drossel unterscheidet nicht zwischen Fließband-Müll und sorgfältiger Katalogarbeit — sie zählt nur.

Der Umgang damit

Erkennen: Neuanlage scheitert, Bestand funktioniert, gegebenenfalls nur ein Format betroffen — das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Drossel, keine Sperre.

Abwarten statt anrennen: Die Grenze setzt sich mit dem Wochenfenster von selbst zurück. Wiederholte Versuche beschleunigen nichts.

Planen statt stauen: Wer Kataloge oder Serien baut, verteilt Neuanlagen über die Wochen, statt sie zu bündeln — und nutzt die Wartezeit für das, was ohnehin liegen bleibt: Metadaten schärfen, Preise prüfen, Backlist pflegen. In unserer Planung ist die Drossel seither schlicht eine Konstante: Neuanlagen sind ein begrenztes Wochenbudget und werden wie eines verplant.

Im Zweifel fragen: Wer glaubt, fälschlich gedrosselt zu sein, schreibt dem Support eine präzise Anfrage — Konto, Format, Zeitpunkt, exaktes Verhalten. Die Antwort schafft Klarheit, ob Drossel oder tatsächlich etwas anderes.

Was wir seitdem anders machen

Zwei Dinge. Erstens die Wochenplanung: Formatwellen werden über mehrere Wochen gestreckt, kritische Neuanlagen — etwa ein Terminlaunch — bekommen die Wochenpriorität und konkurrieren nicht mit Routine-Nachzügen. Zweitens die Diagnose-Disziplin: „Geht nicht" wird immer erst gegen den Bestand geprüft (funktioniert Bearbeiten? funktioniert das andere Format?), bevor eine These über die Ursache erlaubt ist. Diese Zweiteilung — Neuanlage gestört, Bestand gesund — trennt die harmlose Drossel zuverlässig von echten Problemen.

Sie wollen das nicht selbst stemmen? Wir bauen Bücher — vom Manuskript bis zum lieferbaren Titel.

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Häufige Fragen

Wie viele Titel kann man pro Woche bei KDP anlegen?

Amazon nennt keine verbindliche Zahl, und sie kann sich je Konto und Kontogeschichte unterscheiden. Verlässlich ist nur das Muster: Es gibt eine Wochengrenze je Format, und sie betrifft ausschließlich Neuanlagen. Für normale Veröffentlichungsrhythmen ist sie praktisch unsichtbar.

Ist die Drossel ein schlechtes Zeichen für mein Konto?

Nein. Sie ist eine pauschale Geschwindigkeitsbremse, kein Qualitätsurteil und keine Verwarnung. Auszahlungen, Bestandstitel und Berichte laufen normal weiter — genau daran erkennt man sie ja.

Kann ich die Grenze erhöhen lassen?

Einen offiziellen Weg dafür gibt es nach unserer Kenntnis nicht. Der praktikable Umgang ist Planung: Neuanlagen als Wochenbudget begreifen und Serien in Wellen legen, statt alles in eine Woche zu pressen.

Betrifft die Drossel auch Neueinreichungen bestehender Titel?

Nein — das ist der diagnostisch wichtigste Unterschied. Änderungen und Neueinreichungen bestehender Titel laufen weiter (mit ihrer eigenen Inhaltsprüfung); begrenzt ist nur das Anlegen neuer Titel.


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