KDP berechnet die Druckkosten einer gebundenen Ausgabe aus Festpreis plus Seitenanzahl mal Kosten pro Seite. Welcher Festpreis und welcher Seitensatz gelten, hängt vom Format, der Tintenart, dem Seitenumfang und dem Marketplace ab, auf dem das Buch gekauft wird. Die Ausnahme: Bei schwarzem Druck mit 75 bis 108 Seiten fällt nur der Festpreis an. Grundlage ist die KDP-Hilfe zu Druckkosten für gebundene Ausgaben.
Welche Ausgabe
Hier geht es ausschließlich um die Druckkosten einer gebundenen Ausgabe bei KDP. Ob Sie Ihr Taschenbuch zusätzlich als Hardcover anbieten möchten, gehört in den Beitrag KDP-Taschenbuch als Hardcover: Format und Dateien planen.
Für die Kalkulation unterscheidet KDP normale und große Formate. Als groß gilt ein Format, wenn es breiter als 155,5 mm oder höher als 228,6 mm ist. Außerdem unterscheidet die Kostentabelle schwarzen Druck und Premiumfarbdruck. Diese Zuordnung entscheidet darüber, welche Tabellenzeile Sie verwenden müssen. Die Grenzen und Druckarten nennt die KDP-Druckkostenübersicht.
Wichtig ist dabei das Wort oder: Es müssen nicht beide Maße über der jeweiligen Grenze liegen. Für die Einordnung als großes Format genügt es, wenn die Breite oder die Höhe die genannte Grenze überschreitet. Prüfen Sie daher beide Maße Ihrer geplanten Ausgabe, bevor Sie einen Kostenwert übernehmen. Maßgeblich bleibt die Formatdefinition in der KDP-Kostentabelle.
Wir empfehlen Ihnen, vor der Rechnung die Druckoptionen Ihrer gebundenen Ausgabe festzuhalten. Notieren Sie nicht nur „Hardcover“, sondern auch Formatgruppe, Tintenart und Seitenanzahl. Ergänzen Sie den Marketplace, für den Sie rechnen möchten. Damit haben Sie die Angaben beisammen, die Sie für die Auswahl der passenden Tabellenzeile benötigen. Für eine übergreifende Kostenplanung finden Sie ergänzend den Beitrag Buchdruck-Kosten berechnen.
Prüfreihenfolge
Marketplace festhalten. Maßgeblich ist laut KDP der Marketplace, über den das Buch gekauft wird. Verwenden Sie deshalb Festpreis und Seitensatz aus derselben Marketplace-Zeile der KDP-Kostentabelle.
Wenn Sie mehrere Kaufplattformen betrachten, empfehlen wir getrennte Rechnungen. Beschriften Sie jede Rechnung mit dem zugehörigen Marketplace. So erkennen Sie beim späteren Vergleich, welche Werte zusammengehören, und übernehmen nicht versehentlich einen Festpreis aus einer anderen Zeile.
Format, Tintenart und Seitenumfang zuordnen. Für den deutschen Marketplace nennt KDP folgende Werte:
| Druckart und Seitenumfang | Format | Festpreis pro Buch | Kosten pro Seite |
|---|---|---|---|
| Schwarzer Druck, 75 bis 108 Seiten | Normal | 5,95 € | Keine |
| Schwarzer Druck, 75 bis 108 Seiten | Groß | 6,35 € | Keine |
| Schwarzer Druck, 110 bis 550 Seiten | Normal | 4,65 € | 0,012 € |
| Schwarzer Druck, 110 bis 550 Seiten | Groß | 4,65 € | 0,016 € |
| Premiumfarbdruck, 75 bis 550 Seiten | Normal | 4,65 € | 0,057 € |
| Premiumfarbdruck, 75 bis 550 Seiten | Groß | 4,65 € | 0,072 € |
Quelle sämtlicher Tabellenwerte: KDP-Druckkosten für gebundene Ausgaben.
Lesen Sie die Tabelle immer als zusammengehörige Kombination: Druckart und Umfang bestimmen die Gruppe, das Format bestimmt die passenden Kostenwerte innerhalb dieser Gruppe. Ein Festpreis allein reicht deshalb noch nicht für die Kalkulation. Erst die zugehörige Angabe unter „Kosten pro Seite“ zeigt, ob ein Seitenbetrag hinzukommt. Die Unterscheidung ergibt sich aus der KDP-Druckkostentabelle.
Die passende Rechenregel anwenden. Die allgemeine Formel lautet:
Festpreis + (Seitenanzahl × Kosten pro Seite) = Druckkosten
Der Festpreis wird einmal angesetzt. Der Seitensatz wird mit der Seitenanzahl multipliziert. Bei schwarzem Druck mit 75 bis 108 Seiten entfällt dieser zweite Bestandteil; Sie übernehmen nur den passenden Festpreis. Formel und Ausnahme stehen in der KDP-Hilfe.
Wo ein Seitensatz gilt, wird er mit der gesamten Seitenanzahl multipliziert. Die Formel sieht keinen Abzug eines vermeintlich bereits im Festpreis enthaltenen Seitenkontingents vor. Rechnen Sie deshalb zuerst den Seitenbetrag aus und addieren Sie anschließend den Festpreis. Diese Reihenfolge macht die beiden Bestandteile der KDP-Formel in Ihrer Arbeitsnotiz sichtbar.
Fiktives Arbeitsbeispiel
Sie kalkulieren eine gebundene Ausgabe mit 300 Seiten, normalem Format und schwarzem Druck für den Marketplace USA. Die KDP-Hilfe nennt dafür diese Rechnung:
5,65 $ + (300 × 0,012 $) = 9,25 $
Der Festpreis und der Seitensatz gehören hier zum Marketplace USA. Das Ergebnis ist deshalb keine Druckkostenangabe für den deutschen Marketplace. Das Arbeitsbeispiel zeigt nur, wie Sie die passenden Werte in die Formel einsetzen: Festpreis übernehmen, Seitenanzahl mit dem Seitensatz multiplizieren und beide Bestandteile zusammenführen.
Das Ergebnis mit der KDP-Anzeige abgleichen. KDP berechnet die Druckkosten automatisch anhand Ihrer ausgewählten Druckoptionen und zeigt sie beim Einrichten des Titels unter „Rechte und Preise“ an. Zum Schätzen verweist die KDP-Hilfe außerdem auf den Druckkosten- und Tantiemenrechner. Notieren Sie für Ihren Abgleich dieselben Druckoptionen, die Ihrer eigenen Rechnung zugrunde liegen.
Falls Ihre Rechnung und die Anzeige voneinander abweichen, gehen Sie die Eingaben erneut durch: Haben Sie denselben Marketplace, dieselbe Formatgruppe, dieselbe Tintenart und dieselbe Seitenanzahl verwendet? Prüfen Sie anschließend, ob Sie die Festpreis-Ausnahme oder die allgemeine Formel angewendet haben. Wir empfehlen, zuerst diese Zuordnung zu kontrollieren und erst danach die Rechenschritte.
Die zeitliche Vorbereitung der Veröffentlichung behandeln wir getrennt unter KDP-Druckveröffentlichung planen.
Typische Fehler
- Immer einen Seitensatz addieren. Für kurze gebundene Ausgaben mit schwarzem Druck gilt die Festpreis-Ausnahme. Ein zusätzlicher Seitenbetrag wäre hier falsch.
- Den Festpreis aus der falschen Umfangsgruppe übernehmen. Die Tabelle unterscheidet beim schwarzen Druck zwischen der reinen Festpreisgruppe und der Gruppe mit zusätzlichen Seitenkosten.
- Normales und großes Format gleich kalkulieren. Je nach Umfangsgruppe unterscheiden sich der Festpreis oder die Kosten pro Seite.
- Schwarzen Druck und Premiumfarbdruck vermischen. Übernehmen Sie beide Kostenbestandteile aus der Zeile Ihrer gewählten Druckart.
- Werte verschiedener Marketplaces kombinieren. Festpreis und Seitensatz müssen zur selben Kaufplattform gehören.
Diese Fehler lassen sich durch einen zeilenweisen Abgleich mit der KDP-Druckkostentabelle vermeiden. Unser Vorschlag: Halten Sie neben dem Ergebnis auch Marketplace, Formatgruppe, Tintenart und Seitenanzahl fest. So bleibt Ihre Rechnung nachvollziehbar.
Bewahren Sie außerdem Festpreis und Seitensatz als getrennte Angaben auf, statt nur die fertige Summe zu notieren. Wenn Sie Ihre Druckoptionen später anders planen, können Sie die Zuordnung erneut prüfen. Übernehmen Sie dabei nicht automatisch die bisher verwendeten Kostenwerte, sondern suchen Sie wieder die passende Tabellenzeile.
Wenn Sie ein Buchprojekt mit dem Verlag besprechen wollen, nutzen Sie die Anfrage unter /gespraech/. Das beantwortet keine Frage zu Ihrem KDP-Konto und sagt keine Aufnahme zu.
Häufige Fragen
Wie lautet die Druckkostenformel für ein KDP-Hardcover?
Festpreis + (Seitenanzahl × Kosten pro Seite) = Druckkosten. Die passenden Werte entnehmen Sie der KDP-Tabelle für Ihre Druckoptionen und Ihren Marketplace.
Wann fällt nur der Festpreis an?
Bei gebundenen Ausgaben mit schwarzem Druck und 75 bis 108 Seiten. Die KDP-Hilfe weist für diese Gruppe keine zusätzlichen Kosten pro Seite aus.
Wo zeigt KDP die berechneten Druckkosten an?
Beim Einrichten des Titels im Bereich „Rechte und Preise“. Laut KDP-Hilfe erfolgt die Berechnung automatisch anhand der ausgewählten Druckoptionen.
Muss ich die Druckkosten vorab bezahlen?
Für das beschriebene On-Demand-Modell ist kein Kostenvorschuss nötig. KDP druckt auf Anfrage und zieht die Druckkosten von Ihren Tantiemen ab, wie die Hilfe zu gebundenen Ausgaben erläutert.