Redaktion: Rauschwerk-Team · Quellenstand: 21. September 2026.
KDP verlangt Angaben zu KI-generierten Texten, Bildern und Übersetzungen, einschließlich Coverbildern. Bloße KI-Unterstützung bei selbst erstellten Inhalten ist davon zu unterscheiden. Entscheidend ist der tatsächliche Entstehungsweg. KDP: KI-Definitionen. Dokumentieren Sie deshalb Text, Bilder und Übersetzung getrennt. Eine pauschale Aussage wie „am Ende habe ich alles bearbeitet“ beschreibt den Ablauf nicht ausreichend. Mit einem kurzen Entstehungsprotokoll können Sie die passende Angabe aus Ihren tatsächlichen Arbeitsschritten ableiten.
Dieser Leitfaden behandelt die KDP-Einordnung und die Vorbereitung Ihrer Unterlagen. Er zeigt außerdem, wie Sie die Inhaltsprüfung organisieren. Eine korrekt beantwortete Formularfrage und ein sorgfältig geprüftes Buch sind zwei eigenständige Aufgaben.
Wie unterscheidet KDP generierte und assistierte Inhalte?
KDP verlangt Angaben zu KI-generierten Texten, Bildern und Übersetzungen bei neuen Veröffentlichungen sowie bei Bearbeitung und erneuter Veröffentlichung. Dazu zählen auch Coverbilder. Erzeugt ein KI-Werkzeug den eigentlichen Inhalt, bleibt dieser nach KDP auch bei umfangreicher Nachbearbeitung KI-generiert. Selbst erstellte Inhalte, die mit KI verbessert oder geprüft werden, sowie bloße Ideenhilfe gelten dagegen als KI-assistiert und müssen dafür nicht offengelegt werden. Die Verantwortung für Inhalt und erforderliche Rechte bleibt beim Veröffentlichenden. KDP: Inhaltsrichtlinien und KI-Definitionen.
Die entscheidende Frage lautet somit: Welcher Arbeitsschritt hat das Material hervorgebracht, das tatsächlich im Buch landet? Schreiben Sie diesen Schritt konkret auf. „KI benutzt“ ist zu ungenau. „Drei mögliche Kapitelthemen gesammelt“ und „den endgültig verwendeten Kapiteltext erzeugt“ beschreiben unterschiedliche Vorgänge.
Warum reicht der Name eines Werkzeugs nicht?
Der Werkzeugname erklärt nicht, welche Funktion Sie verwendet haben. Dasselbe Programm kann eine Rechtschreibprüfung, Ideenfindung, Texterstellung und Bildgenerierung anbieten. Eine aussagekräftige Projektnotiz nennt daher die Aufgabe, das entstandene Material und dessen spätere Verwendung.
Stellen Sie beim Erfassen jeder Datei drei Fragen: Was lag vorher vor? Was hat das Werkzeug beigetragen? Was davon ist in der endgültigen Ausgabe enthalten? Diese Reihenfolge lässt sich auch rückblickend anhand von Versionsständen, Briefings und Freigaben nachvollziehen.
Wenn eine andere Person an Ihrem Buch mitgearbeitet hat, benötigen Sie deren Auskunft zum tatsächlichen Ablauf. „Mit professioneller Software erstellt“ beantwortet die Frage nicht. Bitten Sie beispielsweise um eine kurze Beschreibung, wie Text oder Bild entstanden sind und welche gelieferten Bestandteile übernommen wurden. Verlangen Sie keine fremden Zugangsdaten; eine sachliche Entstehungsbeschreibung ist der richtige Ausgangspunkt.
Ein Beispiel mit gemischten Arbeitsweisen
Fiktives Beispiel: Für das erfundene Buch „Werkstattgeschichten am Fluss“ schreibt ein Autor Erinnerungen an seine Lehrzeit. Er benutzt unterschiedliche Hilfsmittel und erhält zusätzlich Material von einer Gestalterin. Vor der Veröffentlichung führt er die Bestandteile in einer Tabelle zusammen.
| Bestandteil | Tatsächlicher Ablauf im Beispiel | Einordnung anhand der KDP-Definition |
|---|---|---|
| Kapitel über den ersten Arbeitstag | Selbst geschrieben, anschließend auf Tippfehler geprüft | KI-assistierte Bearbeitung |
| Einleitender Absatz | Vom Textwerkzeug erstellt, später umgeschrieben und übernommen | KI-generierter Ausgangsinhalt |
| Covermotiv | Mit einem Bildgenerator erzeugt, danach zugeschnitten | KI-generiertes Bild |
| Kapitelideen | Vorschläge gesammelt, den späteren Text selbst geschrieben | KI-assistierte Ideenhilfe |
| Englische Fassung | Maschinell erzeugte Übersetzung anschließend redigiert | KI-generierte Übersetzung |
Diese Tabelle ist eine Anwendung der oben verlinkten Definition auf einen erfundenen Ablauf. Sie beurteilt weder die Qualität der Kapitel noch die Rechte am Cover. Der Autor muss für die tatsächliche Veröffentlichung feststellen, welche Zeilen auf seine konkrete Ausgabe zutreffen.
Der praktische Gewinn liegt in der Trennung. Der eigenständig geschriebene Haupttext beantwortet nicht automatisch die Frage nach dem Covermotiv. Umgekehrt beschreibt ein generiertes Bild nicht die Entstehung jedes Satzes im Buch. Das Protokoll macht die Bestandteile sichtbar, ohne das gesamte Projekt mit einem ungenauen Etikett zu versehen.
Wie sieht ein brauchbares Entstehungsprotokoll aus?
Ein Entstehungsprotokoll verbindet eine konkrete Datei mit ihrem Ursprung und dem freigegebenen Verwendungszweck. Es muss keine umfangreiche Dokumentation jedes Tastendrucks sein. Wichtig ist, dass Sie die Angaben später wieder einer bestimmten Ausgabe zuordnen können.
Für die Werkstattgeschichten könnte ein Eintrag so aussehen: „Covermotiv, Datei flusswerkstatt-v3.png, erstellt am 12. September, Bildgenerator für die Grundillustration, danach Farbkorrektur und typografische Gestaltung. Verwendet auf dem E-Book-Cover und der Vorderseite des Taschenbuchs. Zuständig: Gestaltung. Offener Punkt: Unterlagen zum verwendeten Dienst vollständig ablegen.“
Ergänzen Sie bei Texten Kapitel oder Abschnitt und bei Übersetzungen Ausgangssprache, Zielsprache und Dateistand. Verweisen Sie auf die tatsächliche Ausgangsfassung. So bleibt erkennbar, ob eine spätere Korrektur nur einzelne Formulierungen betrifft oder eine zuvor verwendete Passage vollständig ersetzt.
Ein einfacher Projektordner genügt als Anfang: Manuskriptstände, Bildquellen, Übersetzungsfassungen und eine zentrale Übersicht. Vermeiden Sie mehrere widersprüchliche Listen mit unterschiedlichen „final“-Versionen. Wer die KDP-Angaben vorbereitet, sollte erkennen können, welches Paket tatsächlich veröffentlicht werden soll.
Welche Rückfragen helfen bei fremd geliefertem Material?
Bei Material von Dienstleistern helfen konkrete Fragen zur Lieferung. Bitten Sie um Auskunft zu verwendeten Ausgangsbildern, erzeugten Bestandteilen und Bearbeitungsschritten. Eine allgemeine Zusicherung, alles sei in Ordnung, ist für Ihr eigenes Ausgabenprotokoll weniger brauchbar als eine genaue Beschreibung.
Eine mögliche eigene Anfrage lautet: „Für die Veröffentlichungsangaben benötige ich eine kurze Aufstellung zu den gelieferten Dateien. Welche Bestandteile wurden eigenständig erstellt, welche mit generativen Werkzeugen erzeugt und welche lediglich bearbeitet? Bitte ordnen Sie die Antwort den endgültigen Dateinamen zu und nennen Sie vorhandene Nutzungsunterlagen.“
Halten Sie offene Antworten als offen fest. Wenn Sie nicht wissen, wie eine Illustration entstanden ist, wählen Sie nicht aus Bequemlichkeit eine gewünschte Erklärung. Klären Sie zunächst den tatsächlichen Ablauf. Diese Prüfung gehört vor eine verbindliche Aussage über die fertige Ausgabe.
Wie trennen Sie Herkunft und Qualitätskontrolle?
Die Herkunft eines Inhalts und seine redaktionelle Qualität müssen getrennt geprüft werden. KDP behandelt unter anderem fehlenden Inhalt, Metadatenprobleme, Bildqualität und Formatierungsfehler in seinem Qualitätsleitfaden. Zur Ansicht auf unterschiedlichen Kindle-Geräten und in Apps empfiehlt Amazon den Kindle Previewer. KDP: Qualitätssicherung für Kindle-Inhalte.
Für die Werkstattgeschichten erstellt der Autor deshalb einen zweiten Arbeitsplan. Bei den Erinnerungen prüft er Namen, zeitliche Reihenfolge und die Übereinstimmung mit seinen Unterlagen. Bei Sachbehauptungen sucht er eine nachvollziehbare Quelle. Bei erfundenen Szenen kontrolliert er, ob sie als solche erkennbar sind und zum gewählten Buchkonzept passen.
Eine Übersetzungsprüfung benötigt wiederum andere Fragen: Stimmen Sinn, Ton, Fachbegriffe und Verweise mit dem Ausgangstext überein? Ein flüssig klingender Satz kann dennoch eine falsche Aussage enthalten. Lassen Sie die endgültige Fassung von einer Person prüfen, die beide Sprachfassungen fachlich beurteilen kann. Weitere Vorbereitungsschritte beschreibt unser Leitfaden zum Übersetzen eines Buchs.
Beim Cover gehören lesbarer Titel, passende Bildaussage und die tatsächlichen Ausgabenangaben auf die Prüfliste. Der Beitrag zum Buchcover erklärt, wie Gestaltung und Leserwartung zusammenpassen. Diese Abnahme ist unabhängig davon sinnvoll, mit welchem Werkzeug das Motiv entstanden ist.
Wie gehen Sie mit umfangreichen Überarbeitungen um?
Eine Überarbeitung sollte im Projektprotokoll den tatsächlich verwendeten neuen Stand erhalten. Bewahren Sie die Verbindung zwischen alter Datei, Änderung und Freigabe, damit Sie die Ausgabe später nachvollziehen können. Entscheidend ist die konkrete Verwendung, nicht die Zahl der Bearbeitungsstunden.
Im fiktiven Beispiel könnte der Autor den erzeugten Einleitungsabsatz vollständig verwerfen und später einen neuen eigenen Einstieg schreiben. Das ist ein anderer dokumentierter Verlauf als das sprachliche Umarbeiten derselben Vorlage. Halten Sie fest, welcher Text am Ende übernommen wurde. Bei einem unklaren Mischfall beschreiben Sie den Ablauf präzise, statt sich auf eine selbst erfundene Prozentgrenze zu verlassen.
Auch Änderungen durch Lektorat und Gestaltung gehören in die gemeinsame Übergabe. Ein guter Ablauf beantwortet nicht nur „Ist die Datei fertig?“, sondern auch „Welche Datei wurde geprüft und welche wird eingereicht?“ Die Arbeit am Manuskript bleibt damit über mehrere Beteiligte hinweg nachvollziehbar.
Was prüfen Sie unmittelbar vor der Veröffentlichung?
Vor der Veröffentlichung vergleichen Sie das endgültige Dateipaket mit Ihrem Entstehungsprotokoll. Kontrollieren Sie Text, Cover, Innenbilder und gegebenenfalls Übersetzung. Lesen Sie anschließend die aktuell angezeigten KDP-Fragen und beantworten Sie diese anhand der erfassten Tatsachen.
Unsere Empfehlung ist eine kurze Abschlussnotiz mit Datum, Ausgabe, Dateinamen und zuständiger Person. Dokumentieren Sie, welche offenen Punkte geklärt wurden. Wenn noch eine zentrale Herkunftsangabe fehlt, lösen Sie diese konkrete Frage, bevor Sie eine nicht gestützte Aussage einreichen.
Der nächste sinnvolle Schritt ist somit überschaubar: Beginnen Sie mit einer einzelnen Ausgabe und erfassen Sie ihre tatsächlich verwendeten Bestandteile. Damit schaffen Sie eine Grundlage für korrekte Angaben und für spätere Aktualisierungen des Buchs.
Häufige Fragen
Muss ich jede ausprobierte Idee im Projektprotokoll aufführen?
Konzentrieren Sie die Übersicht auf den nachvollziehbaren Entstehungsweg der tatsächlich verwendeten Inhalte. Verworfene Versuche können Sie getrennt archivieren. Die veröffentlichte Datei und ihre Herkunft sollten in der zentralen Liste eindeutig erkennbar sein.
Was mache ich, wenn die Gestalterin keine genaue Auskunft gegeben hat?
Fragen Sie mit Bezug auf die konkreten gelieferten Dateien nach. Eine kurze schriftliche Beschreibung der Arbeitsschritte und vorhandenen Nutzungsunterlagen ist ein brauchbarer Anfang. Tragen Sie bis zur Klärung keine vermutete Herkunft als gesicherte Angabe ein.
Sollte ich Herkunft und Lektoratsprüfung in dieselbe Spalte schreiben?
Führen Sie dafür getrennte Felder. „Text redigiert“ beschreibt einen Qualitäts- oder Bearbeitungsschritt, aber nicht automatisch den Ursprung der verwendeten Passage. Zwei getrennte Angaben lassen sich bei einer späteren Rückfrage deutlich leichter nachvollziehen.
Womit beginne ich bei einem älteren Buch ohne Dokumentation?
Sammeln Sie die vorhandenen Manuskriptstände, Bilddateien, Briefings und Rückmeldungen der Beteiligten. Rekonstruieren Sie anschließend die endgültige Ausgabe. Kennzeichnen Sie Lücken und klären Sie diese gezielt, statt den gesamten Verlauf aus dem Gedächtnis zu bestätigen.