Für ein Buchimpressum müssen Ausgabeart, Erscheinungsort und anwendbares Recht feststehen. Drucker, Verleger und redaktionell Verantwortliche haben unterschiedliche Rollen. Ein einzelnes gedrucktes Buch, eine Zeitschrift, eine E-Book-Datei und eine Website erhalten deshalb nicht automatisch dieselben Angaben.
Redaktion: Rauschwerk-Team · Redaktionell geprüft am
Stand: 21. September 2026. Dieser Leitfaden vergleicht gesetzliche Vorgaben und zeigt auszufüllende Arbeitsmuster. Er enthält kein vollständig rechtlich geprüftes Muster und keine Freigabe für ein konkretes Buch oder einen Adressdienst.
Gedruckte Bücher: das Landesrecht entscheidet
Die folgenden Beispiele zeigen Unterschiede, keine vollständige Übersicht aller 16 Länder. Prüfen Sie, wo die Ausgabe erscheint und welches Landesrecht anwendbar ist. Bei mehreren beteiligten Orten oder Herstellung im Ausland gehört diese Zuordnung in eine fachliche Prüfung; der Sitz der Verkaufsplattform beantwortet sie nicht allein.
| Land und Norm | Angaben für ein einfaches Druckwerk |
|---|---|
| Berlin: § 7 Absatz 1 PresseG BE | Drucker und Verleger; im Selbstverlag Verfasser oder Herausgeber anstelle des Verlegers. Jeweils Name oder Firma und Wohnort oder Geschäftssitz. |
| Bayern: Artikel 7 Absatz 1 BayPrG | Drucker und Verleger; im Selbstverlag Verfasser oder Herausgeber. Name oder Firma und Anschrift. |
| NRW: § 8 Absatz 1 Landespressegesetz | Drucker und Verleger; im Selbstverlag Verfasser oder Herausgeber. Name oder Firma und Anschrift. |
Der Berliner Wortlaut zu Wohnort oder Geschäftssitz ist nicht identisch mit einer bundesweiten Pflicht zur vollständigen Straßenanschrift. Umgekehrt lässt sich die Berliner Formulierung nicht auf andere Länder oder auf digitale Anbieterinformationen übertragen.
Drucker, Verleger und Verantwortlicher sind nicht dasselbe
Die Druckerangabe betrifft die Herstellung. Die Verlegerangabe betrifft die Veröffentlichung; im Selbstverlag tritt die im jeweiligen Gesetz genannte Person an diese Stelle. Ein pauschales „Verantwortlich: [Name]“ ersetzt diese Zuordnung nicht. Bei Print-on-Demand muss geklärt werden, wer für die konkrete Herstellung anzugeben ist. Tragen Sie weder Amazon noch eine beliebige Druckerei ohne Nachweis ein.
Periodische Druckwerke: Berlin verlangt nach § 7 Absatz 2 zusätzlich Namen und Anschriften der verantwortlichen Redakteure sowie die Zuordnung ihrer Bereiche und eine verantwortliche Person für Anzeigen. § 8 Absatz 2 NRW enthält entsprechende zusätzliche Angaben. In Berlin und NRW erfasst die Definition auch andere fortlaufend erscheinende Druckwerke mit Abständen von höchstens sechs Monaten (§ 6 Absatz 4 Berlin; § 7 Absatz 4 NRW).
Für Zeitungen und Zeitschriften in Bayern gilt Artikel 8 BayPrG, einschließlich besonderer Offenlegungsregeln. Persönliche Voraussetzungen für Verantwortliche, übernommene Redaktionsteile und weitere periodische Pflichten sind zusätzlich zu prüfen. Die nachstehenden Buchmuster decken diese Fälle nicht vollständig ab.
Ausnahmen nach ihrem Zweck prüfen
§ 6 Absatz 3 PresseG BE nimmt unter anderem ausschließlich amtliche Mitteilungen und bestimmte reine Gebrauchs- und Geschäftsdrucksachen aus; Beispiele sind Formulare, Preislisten und Familienanzeigen. § 7 Absatz 3 NRW enthält vergleichbare Ausnahmen. In Bayern stehen Ausnahmen in Artikel 7 Absätze 2 und 3, etwa für Gebrauchsanweisungen, Fahrkarten, Familienanzeigen und bestimmte Wahlstimmzettel.
Entscheidend ist der gesetzlich beschriebene Zweck. Daraus folgt keine pauschale Befreiung für kleine Auflagen, kostenlose Bücher, Selfpublishing oder ein Buch über die eigene Familie. Ordnen Sie den konkreten Inhalt ein, bevor Sie eine Ausnahme beanspruchen.
Arbeitsmuster für ein nicht periodisches Printbuch
Ersetzen Sie die eckigen Klammern durch die tatsächlichen Angaben Ihrer Ausgabe. Voraussetzung ist jeweils, dass die genannte Landesnorm für die Ausgabe gilt und keine Ausnahme greift. Ergänzende Pflichten und tatsächliche Beteiligte bleiben vor Freigabe zu prüfen.
A: Verlagsausgabe nach dem Berliner Wortlaut
Verleger: [Name oder Firma], [Wohnort oder Geschäftssitz]
Drucker: [Name oder Firma], [Wohnort oder Geschäftssitz]
B: Selbstverlag nach dem Wortlaut in Bayern oder NRW
Verfasser im Selbstverlag: [Name], [Straße und Hausnummer, Postleitzahl, Ort]
Drucker: [Name oder Firma], [Straße und Hausnummer, Postleitzahl, Ort]
Ist tatsächlich ein Herausgeber statt des Verfassers einschlägig, passen Sie Rolle und Angaben entsprechend an. Bei einer Verlagsausgabe in Bayern oder NRW gehört an diese Stelle der Verleger mit Name oder Firma und Anschrift. Die Druckerzeile bleibt gesondert.
Nur als Zusatzbaustein für einen periodischen Fall: „Verantwortlicher Redakteur für [Bereich]: [Name, Anschrift]“. Bei mehreren Bereichen und Anzeigen sind die Zuständigkeiten aufzulösen. Dieser Baustein allein bildet kein vollständiges Zeitschriftenimpressum.
Digitale Angebote: Datei, Vertrieb und Website auseinanderhalten
§ 5 DDG betrifft geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste. Dazu gehören Anbietername, Niederlassungsanschrift und schnelle elektronische Kontaktmöglichkeiten einschließlich E-Mail. Rechtsform, Vertretung, Register und weitere Angaben kommen je nach Fall hinzu. Diese Pflichten lassen sich nicht aus den Printmustern ableiten.
§ 18 MStV unterscheidet allgemeine Angaben bei nicht ausschließlich persönlichen oder familiären Telemedien von der zusätzlichen verantwortlichen Person bei journalistisch-redaktionellen Angeboten. Ein kostenlos erreichbarer Auftritt ist deshalb nicht automatisch impressumsfrei.
Eine E-Book-Datei ist kein gedrucktes Buch. Prüfen Sie gesondert, wer das digitale Angebot betreibt, wie die Datei vertrieben wird und wo die einschlägigen Anbieterinformationen erreichbar sein müssen. Weder „immer dieselben Angaben wie im Printbuch“ noch „die Shopseite erledigt alles“ ist eine belastbare Universalregel. Ein Impressum in der Datei ersetzt nicht automatisch die Informationen des eigenen Shops oder Internetauftritts; interne Plattform-Kontodaten ersetzen keine öffentliche Anbieterkennzeichnung.
C: Arbeitsgerüst für digitale Anbieterinformationen
Anbieter: [Name; gegebenenfalls Firma und Rechtsform]
Niederlassungsanschrift: [Straße und Hausnummer, Postleitzahl, Ort]
E-Mail: [Adresse]
Unmittelbare Kommunikation: [geeignete Kontaktmöglichkeit]
Falls einschlägig: [Vertretung, Register und Nummer, vorhandene USt-IdNr. oder Wirtschafts-IdNr., weitere Angaben nach § 5 DDG]
Falls § 18 Absatz 2 MStV greift: [verantwortliche Person mit Name, Anschrift und Zuständigkeitsbereich]
Auch dieses Gerüst ist unvollständig, solange die Voraussetzungen und fallabhängigen Angaben nicht geklärt sind. Für den journalistisch-redaktionellen Verantwortlichen gelten persönliche Voraussetzungen nach § 18 Absatz 2 MStV.
Pseudonym und c/o-Adresse sind eigene Prüfungen
Ein Pseudonym auf dem Cover klärt die rechtliche Identität im Impressum nicht. Eine Postweiterleitung allein belegt weder einen Geschäftssitz noch die Niederlassung des digitalen Anbieters. Lassen Sie die konkrete Adresse und Vereinbarung an den jeweils einschlägigen Anforderungen prüfen.
Vor dem Satz festhalten
- Ausgabe, Erscheinungsort, anwendbares Recht und etwaige Ausnahme dokumentieren.
- Drucker, Verleger beziehungsweise Selbstverleger und gegebenenfalls redaktionell Verantwortliche zuordnen.
- Namen und erforderliche Orts- oder Adressangaben anhand tatsächlicher Unterlagen prüfen.
- Printdatei, E-Book-Datei und digitale Vertriebsangebote jeweils getrennt kontrollieren.
- Copyright, Jahr, Auflage, Bildnachweise und ISBN gesondert ergänzen: Nicht jede nützliche Buchinformation ist dadurch eine Pflichtangabe nach dem Pressegesetz.
Klären Sie die Angaben für Ihre konkrete Ausgabe, bevor Sie die Druckdatei erstellen. Offene Rechtsfragen gehören in eine fachliche Prüfung; anschließend kann der Buchsatz vorbereitet werden.
Buchsatz vorbereitenHäufige Fragen
Gibt es ein einheitliches Buchimpressum für ganz Deutschland?
Nein. Die Landespressegesetze unterscheiden sich unter anderem bei Orts- und Adressangaben. Die hier verglichenen Regeln für Berlin, Bayern und NRW sind keine vollständige Prüfung aller Länder oder eines konkreten Buches.
Muss jedes Buch einen Verantwortlichen im Sinne des Presserechts nennen?
Bei einfachen Druckwerken sind die gesetzlichen Angaben zu Drucker und Verleger beziehungsweise Selbstverleger zu prüfen. Die zusätzliche verantwortliche Redaktion betrifft insbesondere periodische Druckwerke. Ein allgemeiner Verantwortlichenname ersetzt die anderen Rollen nicht.
Kann ich eine gemietete c/o-Adresse verwenden?
Das lässt sich ohne Prüfung von Adresse, Vereinbarung und anwendbarer Vorschrift nicht zusagen. Postweiterleitung allein belegt keinen Geschäftssitz oder Niederlassungsort. Dieser Leitfaden gibt keinen Adressdienst frei.
Ist ein kostenloses oder privat geschriebenes Buch ausgenommen?
Nicht allein deshalb. Ausnahmen knüpfen an den gesetzlich beschriebenen Zweck an, etwa bestimmte reine Gebrauchsdrucksachen. Kleine Auflage, kostenlose Abgabe oder eine Familiengeschichte begründen für sich keine pauschale Ausnahme.
Sind E-Book, Shop und Website mit derselben Vorlage erledigt?
Nein. Datei, Vertriebsangebot und Internetauftritt müssen getrennt eingeordnet werden. § 5 DDG und § 18 MStV betreffen digitale Anbieterinformationen; die Printmuster sind dafür keine vollständige Vorlage.
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